Plastik hat einen schlechten Ruf. Besonders Einwegplastik-Tüten sind zum Symbol für Umweltverschmutzung und den Klimawandel geworden. Doch als verantwortungsvoller Hundehalter braucht man eine ganze Menge davon.
Etwa 1 – 2 Kotbeutel pro Tag, mal 365 Tage pro Jahr, mal durchschnittlich 15 Hundejahre. Da kommt eine ganze Menge an Tüten zusammen. Schätzungen zufolge werden in Deutschland mehr als 500 Millionen Beutel pro Jahr verwendet.
Und das ist im Grunde auch gut so, denn Hundekot gehört nun einmal in den Müll. Auf Spazierwegen, fremder Leute Wiesen und Vorgärten oder auf Feldern hat er nichts zu suchen.
Hundekot ist, je nach Wetter, in wenigen Wochen zersetzt. Doch im Gegensatz zu Pferdeäpfeln und Kuhfladen ist Hundekot aus hygienischen Gründen nicht als Dünger geeignet.
Diesen Fakt kann man wohl vernachlässigen, wenn der eigene Hund am liebsten im dichten Unterholz des Waldes oder im hintersten Gebüsch sein Geschäftchen macht. Doch alle anderen Häufchen sollten entsorgt werden.
Wo wir wieder bei der Sache mit der Tüte wären.

Gibt es nachhaltige Kotbeutel?
Biologisch abbaubare Kotbeutel
Einige Hersteller werben mit „biologisch abbaubaren“ oder „kompostierbaren“ Kotbeuteln. Blöd nur, dass Hundekot, selbst ohne „Umverpackung“, in der Regel nicht in den Biomüll oder auf den Kompost darf. In großen Mengen könnte er dort Schaden anrichten, da die enthaltenen Parasiten und Krankheitserreger auch dem Menschen gefährlich werden können.
Auch die abbaubaren Tüten haben im Biomüll nichts zu suchen. Zum einen sehen sie ja aus wie Plastik und werden oft aus dem Müll aussortiert. Zum anderen brauchen die Tüten deutlich länger zum Abbau als der restliche Biomüll oder zersetzen sich sogar nur in der Industriekompostierung, nicht aber in der freien Natur.
Kotbeutel aus Bio-Plastik
Kotbeutel aus Bio-Plastik bestehen meist ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr. Zuckerrohr wird aus Südamerika um die halbe Welt geschippert, um hier im besten Fall nach einer Stunde „Nutzung“ im Müll zu landen. Auch unter dem Maisanbau und der damit verbundenen Überdüngung leiden die Böden und das Klima.
Hundekot entsorgen mit Pappe?
Daneben gibt es auch Entsorgungslösungen aus Pappe. Zwar sind die Pappschachteln biologisch abbaubar, dennoch bleibt das Problem mit der Entsorgung: Die gebrauchten Papierschachteln können weder im Bio- noch im Papiermüll entsorgt werden und landen am Ende doch mit dem anderen Restmüll in der Verbrennungsanlage.
Hundekot entsorgen ohne Plastik?
In welchem Behältnis auch immer, Hundekot landet im Restmüll. Der wird verbrannt. Aufgrund moderner Filtertechnologie ist es dabei ziemlich egal, was verbrannt wird – ob Plastik, Pappe oder Zuckerrohr-Tüte.
Den Unterschied macht also lediglich die Herstellung.
Du kannst es Dir wohl schon denken – von diesen alternativen Beuteln bin ich bisher nicht überzeugt. Die perfekte Alternative für den handelsüblichen Hundekotbeutel lässt noch auf sich warten.
Bis dahin nutze ich einen Kompromiss: Hundekotbeutel aus Recycling-Plastik. Das braucht im Vergleich weniger Energie und Wasser in der Produktion und haucht dem verhassten Plastik zumindest ein zweites Leben ein – wenn auch ein sehr kurzes.
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- UMWELTFREUNDLICH: Weder Hundekot noch kompostierbare Bio-Tüten dürfen in die...
- SICHERE HANDHABUNG: dank der extra stabilen, reißfesten und auslaufsicheren...
- EXTRA GROSS: Mit ca. 22 x 35 cm sind die Gassibeutel auch für das Geschäft...
- HOHE REICHWEITE: 360 Kottüten (30 Rollen á 12 Beutel) reichen bei einem Hund...
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Meine Alternative zum Kotbeutel aus Plastik ist Zeitungspapier. Im passenden Format und doppellagig gut geeignet für feste “ Würstel“. Das Päckchen landet dann natürlich aus hygienischen Gründen auch im Restmüll:-)
Liebe Grüße
Das Zeitungspapier trägt man dann während der Gassirunde 2 Stunden mit sich rum? Und im Sommer?
Altes Zeitungspapier ist wirklich eine interessante Idee, besonders wenn man schnell ist und es *vorher* auslegt 😉
Allerdings ist es wohl nur geeignet, wenn man an der Gassi-Strecke reichlich Mülleimer hat.
Für unsere täglichen Runden im Feld und bei mehreren Hunden kommt es leider nicht in Frage – zumal wir erst gar kein Zeitungspapier haben.
Die 500 Mio. Beutel verwende ich gefühlt schon in einer Woche :-0
Hier fehlen echt noch gute Lösungen. Offensichtlich wissen die Hersteller ja, dass auch Hundehalter um Müllvermeidung bemüht sind.
Ist ja kein Zufall, dass man mittlerweile durch einen ganzen Dschungel an „Greenwashing“ mit grün eingefärbten Plastikbeuteln, „Bio“-Oxo-Beuteln und Papierbeuteln steigen muss. Und Papier ist auch längst nicht so nachhaltig, wie das Image das verkaufen möchte.
Grüße
Steffi
ich will ja nicht meckern oder klugscheisen, aber wenn du dauerhaft mehr als einen haufen am tag pro hund zu entsorgen hast, würde ich dir raten mal die organe deines lieblings per bluttest überprüfen zu lassen. meiner hat probleme, die haben wir allerdings seit ca 3jahren über eine blutabnahme und werteprüfung in den griff bekommen, weis also leider wovon ich rede ;(
Hallo Nadine,
danke für diesen interessanten Hinweis! Was genau hat / hatte denn Dein Hund und wie genau hat sich das bei den Blutwerten bemerkbar gemacht?
Viele liebe Grüße
Maike
Ich benutze Butterbrottüten, die für den Transport zur Vorsicht in eine Plastiktüte kommen . Anschliessend kommt dann nur die Papiertüte in den Restmüll . Bisher waren sie immer ausreichend sicher ; )
Hey Maike
Ich finde die Ansätze ja gut, aber was passiert mit den Tüten die nicht in den Mülleimer kommen? Wie viele Hundebesitzer sammeln den Kot zwar ein, werfen die Tüte dann aber einfach ins Feld (dumm, aber solche Tüten finde ich bei uns regelmäßig und ich schenke anderen Hundebesitzern, die eine Tüte brauchen auch eine und ich weiß nicht was am Ende aus dieser wird) oder man verliert mal eine, weil sie wegfliegt. Daher finde ich sollte man beim Kauf von Tüten auch diese Aspekte mit einbeziehen. Die kommen dann nicht in die Restmülltonne. Normale Plastiktüten zersetzen sich nie vollständig. Sie zerfallen mit den Jahren in immer kleinere Partikel bis sie zum bekannten Mikroplastik werden. Und Bioplastik ist auch nicht gleich Bioplastik. Was viele nicht wissen: Bioplastik muss durch Mikroorganismen unter Sauerstoffzufuhr in Kohlenstoffdioxid, Wasser, mineralische Salze und Biomasse zersetzt wird oder wenn er ohne Sauerstoffzufuhr in Kohlenstoffdioxid, Methan, mineralische Salze und Biomasse. Aber nicht alle Biokunstoffe sind biologisch abbaubar und davon sind auch nicht alle biobasiert (https://biooekonomie.de). Also ist die Definition von Bioplastik Tüten sehr offen gelegt. Sollten die Tüten biologisch abbaubar sein, zersetzen sie sich je nach Lage in der Natur in ca. 8 Wochen – 2 Jahren. (Kommen trotzdem in den Restmüll, da sie sich nicht von normalen Plastik unterscheiden und auch länger brauchen als regulärer Bioabfall)
Klar ist es am besten, dass zu verwenden, was es schon gibt (Energie- und Wasserverbrauch sind viel geringer), trotzdem sollten sich die, die sich wirklich für ein möglichst „Müllfreies“ Leben mit Hund interessieren (meiner Meinung nach), auch über Bioplastiktütenanbieter informieren, die biobasiert und biologisch Abbaubar sind.
Du hast natürlich völlig recht, dass es die ideale Lösung noch nicht gibt. Aber dieser Aspekt ist bei der Auswahl der persönlichen perfekten Hundetüte, finde ich, auch sehr wichtig.
Bei Tüten die auch wirklich in den Restmüll kommen, ist es im großen und ganzen Nebensächlich ob Pappe, Plastik oder Bioplastik, aber bei den anderen eben nicht.
Vielen Dank für die vielen tollen Beiträge 🙂
Lg Laura
Spannender und lesenswerter Artikel! Hundekotbeutel als Umweltproblem.. Hier fehlen echt noch innovative und gute Lösungen. Cool wäre eine pragmatische Lösung welche auch kein Problem zum transportieren darstellt (wie BIO Plastik oder ähnliches)- wenn man im Sommer mal länger Gassi geht und biologisch abbaubar sind..